Rollenklar auftreten– fachlich begründet handeln
Impulse aus meinem Gespräch mit Richter Andreas Hornung (OLG Hamm)

Familiengerichtliche Verfahren im Kontext von Trennung und Scheidung gehören zu den komplexesten Arbeitsfeldern für Mitarbeitende der Jugendhilfe. Zeitdruck, Konfliktdynamiken der Eltern und die Verantwortung für die Perspektive und das Wohl beteiligter Kinder treffen hier unmittelbar aufeinander.

In dem hier eingebundenen Gespräch spreche ich mit Andreas Hornung, Richter am Oberlandesgericht Hamm (OLG Hamm), über die Rolle des Jugendamtes im familiengerichtlichen Verfahren. Aus seiner langjährigen richterlichen Praxis beschreibt er, kritisch und stets wertschätzend, wie Jugendhilfe im familiengerichtlichen Verfahren wahrgenommen wird, was Gerichte erwarten und wie fachliche Beiträge und Stellungnahmen an Klarheit, Struktur und Präzision gewinnen.

Professionelles Handeln im familiengerichtlichen Verfahren braucht beides – Rollenklarheit und fachliche Expertise.

  • Fachlichkeit zeigt sich in Sprache, Struktur und fachlicher Begründung.
  • Rollenklarheit schafft Orientierung – für Gerichte, Eltern und für die eigene Arbeit.
  • Die Perspektive des Kindes und die Bewertung des Kindeswohls müssen fachlich hergeleitet werden, nicht vorausgesetzt.
  • Jugendhilfe ist Fachbehörde mit eigenen Rechten, Verantwortung und Gestaltungsspielräumen.
  • Auch eine Beschwerde kann Ausdruck fachlicher Verantwortung sein, wenn Entscheidungen aus Sicht des Jugendamtes dem Kindeswohl widersprechen.

Das Gespräch mit Andreas Hornung, bietet eine praxisnahe und fachlich fundierte Einordnung der Rolle der Jugendhilfe im familiengerichtlichen Verfahren.

Einladung zur Praxisberatung und Supervision
In meiner Arbeit als Supervisor begleite ich Fachkräfte und Teams der Jugendhilfe bei der Reflexion ihrer beruflichen Rolle und bei der Stärkung fachlicher Handlungssicherheit. Wenn Sie hierfür einen geschützten Raum zur Reflexion suchen, schreiben Sie mich gerne an.

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